Außenansicht der römischen Badruine Badenweiler

Heilbad seit der Antike

Die römische Badruine

Badenweiler im Schwarzwald war bereits vor 1.800 Jahren ein Kurort. Die Thermenanlagen, die die Römer hier errichteten, sind eindrucksvoll – die größten antiken Badruinen nördlich der Alpen. Heute schützt ein modernes Glasdach, eine elegante Konstruktion, das bedeutende Denkmal.

Innenansicht der römischen Badruine Badenweiler

Badekultur für römische Soldaten.

Römische Kultur in Germanien

Die Römer brachten ihre Kultur mit in die Länder, die sie eroberten. Das Badewesen, raffiniert und technisch ausgereift, gehörte für die römischen Besatzungssoldaten zum alltäglichen Leben. Am Rand des Südschwarzwaldes fanden sie Quellen mit warmem Heilwasser. Hier entstand eine Siedlung – und die Thermen. Wie das heutige Badenweiler zu dieser Zeit hieß, weiß man nicht genau, vermutlich Aquae Villae, lateinisch für „Stadt des Wassers“.

Badenweiler mit römischen und modernen Badeanlagen von oben

Badenweiler: Anziehungspunkt damals und heute.

Ein beliebter Kurort der Römer

Über das antike Badenweiler wachte die Göttin Diana Abnoba, die Göttin des Schwarzwaldes. Das weiß man aus einer Inschrift auf einem Weihstein der Römerzeit. Badenweiler zog schon in der Antike Gäste von nah und fern an. Militärposten und ein Netz gut ausgebauter Straßen machten das Reisen in der römischen Provinz leicht. Die Siedlung wuchs zur Größe einer Stadt. Heute noch liegen die Reste der antiken Häuser unter dem modernen Badenweiler.

Kein herkömmliches römisches Bad

Die Römer bauten überall ihre Bäder. Sie dienten der Hygiene, aber mindestens genauso der Unterhaltung – ähnlich wie heutige Freizeitbäder! Ein Beispiel für ein kleineres Bad der römischen Antike ist das Kastellbad Hüfingen. In Badenweiler entstand die enorm große Thermenanlage hauptsächlich als Kureinrichtung wegen des Heilwassers. Auch wenn ein Arzt einen Römer in das Heilbad schickte: Heilung kam von der Göttin Diana Abnoba.

Römische Badruine Badenweiler als Innenansicht

Groß sollte es sein.

Grosszügig und mehrfach erweitert

Am Anfang waren die Thermen ein einfacher symmetrischer Bau: ein großer Raum mit einem angrenzenden rechteckigen Raum im Norden. In späteren Umbauten wuchs die Anlage immer mehr. Es kamen viele weitere Räume dazu, Wasserkanäle, ein Heizsystem und eine Terrasse. Nach der Zeit der Römer verfiel der Prachtbau und wurde erst im 18. Jahrhundert wieder entdeckt. Schon damals erkannten die ersten Ausgräber, dass es sich um ein antikes Bauwerk von außergewöhnlicher Größe und Bedeutung handelt.

Modell der Badeanlage in Badenweiler in der Dauerausstellung; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH

Rekonstruktion der einst großen Badeanstalt.

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