Bedeutendes Denkmal römischer Badekultur

Römische Badruine Badenweiler

Vielseitige Thermen

Die Gebäude

Die große Thermenanlage errichteten die Römer in Badenweiler wahrscheinlich am Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die Bäder mit ihrem heilkräftigen Wasser wurden von zahlreichen Menschen besucht. Man merkt das an den vielen Umbauten und großen Erweiterungen.

Luftaufnahme der Fundamente der römischen Badruine Badenweiler; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Freigelegte Fundamente einstiger Großzügigkeit.

Schon der erste Bau war gross

Das Badegebäude von Badenweiler war von Anfang an eine große Anlage: 93 Meter lang und 33 Meter breit. Es gab Stützmauern auf der West- und Ostseite. Malereien schmückten die Baderäume. Große Glasfenster ließen auf der Südseite Licht und Sonne ein. An der schlichteren Nordseite verliefen die Abwasserleitungen – auch bei späteren Umbauten. Ein Nachteil: Dieser erste Bau hatte noch keine richtige Heizanlage.

Detaillierte Rekonstruktion einzelner Bauphasen; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Von Bauphase zu Bauphase wurde es komfortabler.

Die späteren Bauphasen

Die Archäologen gehen von vermutlich sieben Bauphasen aus. Nach und nach kamen beheizbare Räume, Kaltwasserbecken, Schwitzräume, Empfangs- und Umkleideräume, Terrassen und kleine Heizräume dazu. Die nördliche Mauer des Baus, ursprünglich 0,75 Meter dick, wurde auf drei Meter verstärkt. Ein überdachter Vorplatz entstand. Eindrucksvoll sind die mannshohen Drainagekanäle unter dem Thermenbau. Sie dienten dazu, das Wasser abzuleiten. Heute sind sie wieder begehbar.

Teilansicht der Burgruine Badenweiler; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Ruine der Burg Badenweiler.

Wiederentdeckung durch den Markgrafen

Nachdem die Römer aus Germanien abgezogen waren, geriet ihre Badekultur in Vergessenheit, die Thermen verfielen. Im Mittelalter boten die sauber behauenen römischen Bausteine gutes Material für Häuser und vor allem für die Burg Badenweiler. Im 18. Jahrhundert erkannte man in der Ruine das Monument aus antiker Zeit. Markgraf Karl Friedrich von Baden ließ ab 1784 die Mauern freilegen und mit einem ersten Schutzbau sichern. In der gleichen Zeit erwachte auch das Interesse an der mittelalterlichen Burg Badenweiler.

Das transparente Glasdach gibt den Blick auf sämtliche Details der Badruine frei.

Schutzbauten für die Ruine

Ein Sturm zerstörte im Jahr 1828 das erste Schutzdach. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts schützte wieder ein Dach die antiken Reste. Die Konstruktion war aber so niedrig, dass sie die Besichtigung behinderte. 1907 stand in der Badenweiler Kurzeitung erstmals die Forderung, das antike Monument besser zu präsentieren. 1953 ersetzte ein Flachdach die alte Abdeckung. 1988 begann die Planung des neuen Schutzbaus, der der Bedeutung der Ruine entsprechen sollte. Doch erst 2001 wurde das spektakuläre Glasdach vollendet.

TIPP

Den eindrucksvollen Drainagekanal in der Badruine können Sie im Rahmen einer Führung besichtigen. Sonntags ganzjährig um 11 Uhr und von März bis Oktober dienstags und donnerstags um 16 Uhr.