Bedeutendes Denkmal römischer Badekultur

Römische Badruine Badenweiler

Antike Technik auf höchstem Niveau

Die Wasserleitungen

Die Römer waren daran gewöhnt, dass ihnen fließendes Wasser in ihren Städten und Siedlungen zur Verfügung stand. Ihre Wasserleitungen waren ausgereifte Leistungen der Ingenieurskunst. In Badenweiler haben sich römische Wasserrohre und ein Drainagekanal bis heute erhalten.

Pont du Gard in Südfrankreich; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sandra Eberle

Antike Wasserleitungen.

Wasserversorgung für alle

Aquädukte geben in vielen Fällen heute noch Zeugnis vom hohen Stand dieser antiken Technik. Sie waren die Überlandleitungen, mit dem Wasser aus weiter Entfernung herangeführt werden konnte. Die Römer bauten große Leitungssysteme, um ihre Siedlungen und ihre Badeanlagen mit Wasser zu versorgen. Wasserrohre konnten aus Stein, Ton oder Holz sein. Ein Material, das besonders leicht zu handhaben war und aus dem stabile und haltbare Rohre hergestellt werden konnten, erwies sich erst in der Moderne als hochgiftig: Blei.

Einzelbad mit Öffnung zur Wasserzuführung rechts; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Einzelbad mit Wasserzulauf.

Blei aus den Minen im Schwarzwald

Blei war ein Nebenprodukt, das bei der Verarbeitung von Silbererz anfiel. In der römischen Kaiserzeit wurden zu Spitzenzeiten rund 80.000 Tonnen davon pro Jahr produziert. In Badenweiler gab es in römischer Zeit Silberminen oben am Abhang des Schwarzwaldes. Das Erz wurde wahrscheinlich im Tal aufbereitet. Für die Wasserrohre gossen die Römer das Blei zu Platten, die um ein Rundholz gebogen und an der Nahtstelle verlötet wurden.

Ein Blick in den langen Drainagekanal in der römischen Badruine Badenweiler.

Der Drainagekanal

Ein überwölbter Tunnel umzieht in U-Form drei Seiten der Thermenanlage. Seit der Römerzeit sammelte er zum einen das Wasser, das vom Berghang kam, und nahm zum anderen das Abwasser des Bades auf. Das Abwasser wurde ins Freie in einen Hain oder einen Wasserlauf geleitet. Vorher wurde dieses Brauchwasser noch zur Reinigung der Anlagen und für die Toilettenspülung genutzt. Seit 1998 ist dieser Drainagekanal wieder hergestellt und kann begangen werden: ein eindrucksvolles Erlebnis.