Bedeutendes Denkmal römischer Badekultur

Römische Badruine Badenweiler

Weihestein der Badeanlage Badenweiler; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH
Noch heute zu betrachten

Der Weihestein

Die Römer hatten eine enorme Anzahl von Göttern. Denn es gab für alles Götter, für den Alltag, für den Lauf der Welt und für den Kurerfolg. Manche Götter waren nur regional zuständig: so die Göttin Diana Abnoba, heute noch bekannt durch einen Weihestein aus Badenweiler.

Weihestein der Badeanlage Badenweiler mit Namen der Gottheit; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH

Zeugnis für antike Gottheiten.

Eine Diana aus dem Schwarzwald

Diana Abnoba war die Göttin des Schwarzwaldes, der in der Antike „Abnoba mons“ genannt wurde. Außerdem war sie die Schutzpatronin der Thermen von Badenweiler. Die Römer nahmen in den Ländern, die sie erobert hatten, die regionalen Gottheiten in ihre Tempel auf und gaben ihnen Namen aus ihrem eigenen Götterhimmel. So wurde aus der keltischen Waldgöttin eine römische Diana.

Römerbadruine mit Staffage von Studierenden mit dem Weihestein vorne rechts, Lithografie von Engelmann nach Chapuis; Scan: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Lithografie mit Weihestein der Badruine.

Das Gelübde

Die Inschrift des Weihsteins lautet im lateinischen Original: „DIANAE ABNOB(e). M. SENN(i)VS (fr)ONTO S(olvit) L(ibens) EX VOTO“. Übersetzt heißt dies in etwa: „Diana Abnoba (geweiht), löste Marcus Sennius Fronto das Gelübde ein.“ Die Inschrift bedeutet, dass ein gewisser Marcus Sennius Fronto versprochen hat, der Schwarzwaldgöttin diesen Weihestein aufstellen zu lassen – vielleicht aus Dankbarkeit?

Detailliertes Modell des römischen Podiumstempels in Badenweiler; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Modell des einstigen römischen Podiumstempels.

Garantie für Heilerfolg

In den Thermen von Badenweiler gab es eine geregelte ärztliche Versorgung. Doch die Behandlung war grundsätzlich eng mit dem Glauben an Götter verbunden – für den Erfolg der Kur sorgten die Götter, nicht die Ärzte. Daher gab es in Badenweiler nicht nur Gebäude für den Bäderbetrieb mit Heileinrichtung, sondern auch Tempel und Altäre: Hier konnte der Kurgast mit einer Opfergabe, beispielsweise für Diana Abnoba, zum Erfolg seiner Kur beitragen.

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